pro Troisdorf-Interview zum Unternehmer-Frühstück bei der lce Age Sport & Event GmbH / IECEDOME

Mittwoch, 17. April 2024 pro Troisdorf-Interview zum Unternehmer-Frühstück bei der lce Age Sport & Event GmbH / IECEDOME

pro Troisdorf-Interview zum Unternehmer-Frühstück bei der lce Age Sport & Event GmbH / IECEDOME

Heinz-Peter Walterscheid, Geschäftsführender Gesellschafter der lce Age Sport & Event GmbH, und Torsten Pfalz, Präsident des Eishockey Clubs Troisdorf Dynamite e.V. im pro Troisdorf-Interview.

Unternehmen aus eisiger Leidenschaft

Heinz-Peter Walterscheid ist Geschäftsführender Gesellschafter der lce Age Sport & Event GmbH und seit 2003 Betreiber des IECEDOMES an der Uckendorfer Straße. Im pro Troisdorf-Interview mit dem Vorstandsvorsitzenden des Unternehmer-Clubs, Christian Seigerschmidt, und Carsten Seim, avaris | konzept, erläuterte er sein unternehmerisches Konzept. Zweiter Teilnehmer dieses Gespräches zur Vorbereitung eines Unternehmerfrühstücks in der Eissporthalle am 18. April war Torsten Pfalz, Präsident des Eishockey Clubs Troisdorf Dynamite e.V. Der Club, in dem über 300 Kinder und Jugendliche in 11 Mannschaften U7 bis U20 aktiv sind, spielt in den höchsten NRW-Ligen und ist mit seinem Trainings- und Spielbetrieb ein zentrales wirtschaftliches Standbein der Eissporthalle. Mitausrichterin dieses Unternehmer-Frühstücks ist die Wirtschaftsförderungsgesellschaft TROWISTA.

Herr Walterscheid, wie kommt man dazu, als Unternehmer eine Eissporthalle zu betreiben?

Ich habe nach meinem Fachabitur 1981 in der damaligen Hennefer Eissporthalle gejobbt. Wir haben damals eine Eishockey-Hobby-Mannschaft gegründet. Mich faszinieren die Schnelligkeit und die Körperbetonung des Spiels sowie die Gemeinschaft in der Mannschaft. Während meines Studiums zum Diplom-Ingenieur Maschinenbau habe ich weiter Eishockey gespielt. Daraus ist alles entstanden.

Und wie haben Sie daraus ein Unternehmen gemacht?

Walterscheid: Ich hatte noch in meiner Zeit in Hennef einen Einzelhandel für Eissportartikel gestartet. Als die Schließung der Eissporthalle in Hennef drohte, haben wir uns im Jahr 2000 zu einer Betreiber-GmbH zusammengeschlossen und zunächst die Hennefer Eissporthalle betrieben. Anfangs waren wir fünf Gesellschafter aus dem Vorstand unseres Eishockey-Vereins. Heute sind wir in der Eigentümer-Betreiber-GmbH noch drei Personen. Neben mir als Geschäftsführendem Gesellschafter sind Andreas Knoll und Heinz Kleimann weitere Gesellschafter.

Wie kamen Sie zur Eissporthalle in Troisdorf?

Walterscheid: Die Halle in Troisdorf haben wir 2002 mit Unterstützung von Jürgen Knebel, Geschäftsführer von AGGUA TROISDORF, von einem insolvent gegangenen Kartbahn-Betreiber übernommen, gekauft und 2003 für den Eissport umgebaut. Die Hennefer Eishalle war geschlossen worden, das Inventar aus Hennef – zum Beispiel die Umkleidekabinen – konnten wir nach Troisdorf mitnehmen. Vom Ursprung her hatte hier bereits eine Eishalle bestanden. Diese war Trainingsstätte der Kölner Haie gewesen. Sie war aber zu einer Kartbahn umgebaut worden. 

Wie gestaltete sich die Wiederaufnahme des Eisbetriebs?

Walterscheid: Wir haben die Kältetechnik der Eishalle komplett neu installieren müssen. Das Gesamtinvestment belief sich auf rund 1,5 Millionen Euro inklusive Umbau. In einem zweiten Schritt haben wir noch einmal knapp eine Million Euro für die energetische Sanierung in die Hand genommen. Wir haben 2015 das Dach saniert, nach aktuellem Standard isoliert und darauf ein Solar-Feld mit 150 KW Peakleistung installiert. Damit können wir einen der beiden Elektromotoren betreiben, der Kälte für unsere Eisfläche erzeugt. Zudem haben wir auf LED-Beleuchtung umgestellt, um Energie zu sparen. Mit nach Troisdorf kam der Hennefer EC Rhein Sieg e. V. Er firmierte zum EHC Troisdorf e. V. um.

Dieser Eishockey-Club ist ein zentrales wirtschaftliches Standbein der Eissporthalle. Mit Torsten Pfalz, seit neun Jahren Präsident des EHC Troisdorf, und seinem Verein, in dem ich ebenfalls Geschäftsführer bin, verbindet mich eine enge Partnerschaft. Der EHC Troisdorf mietet in der Wintersaison weit über 700 Stunden Eis an. Der Verein kann nicht ohne Halle – und die Halle kann nicht ohne Verein. Die Einnahmen dafür generiert der Verein über seine Mitgliedsbeiträge. Diese belaufen sich bei Kindern zwischen 800 und 900 Euro jährlich. Der Verein bringt es so auf einen Gesamtetat von rund einer Viertelmillion Euro. 

Herr Pfalz, können Sie uns mehr über sich und den EHC Troisdorf e. V. erzählen?

Torsten Pfalz: Die Eissporthalle Troisdorf ist seit 2003 Heimat des EHC Troisdorf Dynamite e. V. Wir sind mit mehr als 300 Mitgliedern einer der größten Eishockey-Vereine in NRW. In elf Mannschaften der Altersklassen U7 bis U20 und in unserer Laufschule trainieren und spielen über 300 Kinder und sind teilweise in den höchsten Ligen in NRW unterwegs. Unsere 1. Mannschaft spielt aktuell in der Regionalliga NRW.

Was mir auch wichtig ist: Bei uns spielen 10 Prozent Mädchen mit. Einige davon sind in den Damenbundesligen und in der U18 Nationalmannschaft aktiv. Wir beschäftigen 36 lizensierte Trainer, die unsere Mannschaften an fünf Tagen in der Woche trainieren und betreiben eine Laufschule für die ganz Kleinen.

Eishockey-Begeisterung liegt bei mir in der Familie. Ich war selbst Hobbyspieler, habe es auf den zugefrorenen Teichen meiner früheren Heimat aber nie richtig gelernt (lacht). Mein heute 20-jähriger Sohn hat bei den Kölner Haien die höchste Nachwuchsspielklasse erreicht, auf eine weitergehende Spielerkarriere aber mit Blick auf sein Abitur verzichtet. Meine Tochter Friederike hat gemeinsam mit ihrer Nationalmannschaftskollegin Milana Lutz in diesem Jahr Bronze bei den Youth Olympic Games in Südkorea gewonnen. Auch meine mittlere Tochter Jannika spielt in der U18-Damennationalmannschaft. 

Wer zählt über den Eishockey Club Troisdorf e. V. hinaus zu den Zielgruppen der Eissporthalle?

Walterscheid: Eigentlich alle von „Ich kann Laufen“ – 2 bis 3 Jahre – bis „Ich kann noch laufen“ – die Generation Ü80. Unser Umsatz speist sich aus unterschiedlichen Quellen:

  1. Öffentliche Laufzeit im Winter: Unsere Besucher zahlen Eintritt für zwei bis sieben Stunden Schlittschuhlaufen zuzüglich Leihgebühren für Schlittschuhe.
  2. Wir unterhalten eine Laufschule für Kinder bis 6 Jahre und haben damit bis zu 70 Kinder auf dem Eis.
  3. Samstagnachmittags bieten wir Familienlaufzeiten an.
  4. Samstagabends laden wir ein zur Eisdisco mit bis zu 600 jungen Leuten auf dem Eis.
  5. 14 Eishockey-Hobbymannschaften mit rund 300 Sportlern spielen im Winter bei uns. Sie sind in der Woche teilweise bis Mitternacht auf dem Eis. Samstags und sonntags starten sie bereits um 8 Uhr. Hinzu kommen Trainings-Camps mit jungen Sportlern.
  6. Wichtig ist auch das Sommergeschäft mit Eiskunstlauf: Wir gehören zu den wenigen Hallen, die ihren Eislaufbetrieb auch im Sommer aufrechterhalten. Unsere Eiskunstlaufkunden kommen teilweise von sehr weit her, um bei uns trainieren zu können. Ich rede hier beispielsweise von Aschaffenburg/Bayern oder von Bad Nauheim und Kassel in Hessen. Weitere Orte sind Aachen, Neuwied. In diesen Regionen werden Eishallen im Sommer geschlossen, und die Eiskunstläufer kommen deshalb zu uns. Wir bieten für dieses Kundenprofil unser sogenanntes „Patch-Eis“ an: Nur bis zu 20 Läufer gleichzeitig sind dann auf der Eisfläche, sodass Eiskunstläufer Platz für ihr Training haben.
  7. In Schlittschuhkursen werden Grundbegriffe des Fahrens vermittelt.
  8. Auch Schulsport findet bei uns statt.
  9. Gastronomie: Das Pucky‘s mit Blick auf die Eisfläche bietet Platz für Events und auch für Kindergeburtstage.
  10. Die RTL-Soap „Alles was zählt“ nutzte den ICEDOME zwei bis drei Mal im Jahr für Dreharbeiten auf dem Eis.

Dadurch erreichen wir eine Hallen-Auslastung von fast 100 Prozent. Diese ist für uns sehr wichtig, denn wir haben ja durchgängig Aufwände für die Kühlung der Eisfläche – ob da jemand drauf ist oder nicht. 

Können Sie uns ein Preisbeispielspiel für ein Elternpaar mit zwei Kindern nennen?

Walterscheid: In der öffentlichen Laufzeit würde das 4 x 8 Euro Eintritt plus 4 x 4,50 Euro für den Schlittschuhverleih kosten. Dafür können Sie bei uns bis zu maximal sieben Stunden aufs Eis.

Und was zahlen Eishockey-Teams, die die ganze Eisfläche nutzen?

Walterscheid: Eishockey-Teams zahlen aktuell einen Stundensatz von 240 Euro. Verantwortlich dafür sind die hohen Energiepreise. 

Wie sehen Sie Ihre Zukunftsaussichten?

Walterscheid: Wir haben durch die Tatsache, dass wir eine im weiten Umkreis einmalige Eissporthalle betreiben, ein Alleinstellungsmerkmal. Unsere Kunden kommen aus der Eifel, dem Westerwald und aus dem oberen Siegtal zu uns. Auch unsere Eishockey-Spieler beziehungsweise Athleten, wie wir sie nennen, kommen teilweise von weit her zu uns. Wir profitieren auch von der Zusammenarbeit mit den Kölner Haien. Für die Zukunft wollen wir unsere Kapazität verdoppeln und planen gemeinsam mit dem EHC Troisdorf e. V. den ICEDOME 2.0., eine zweite Halle neben der bisherigen. 

Können Sie uns Details zum Projektstand erläutern?

Pfalz: Wir planen auf dem freien stadteigenen Grundstück links neben unserer Halle eine zweite Eissporthalle. Zurzeit läuft dort das Bebauungsplanänderungsverfahren, um das zu ermöglichen. In diesem Jahr sollen die entsprechenden Gutachten zu Schallemissionen, Artenschutz und Verkehr abgeschlossen sein. Wir suchen derzeit einen Betreiber für die geplante Gastronomie. Diese soll auch eine Terrasse mit Blick auf den Rotter See und das Siebengebirge haben. Im Obergeschoss soll eine 600 bis 800 Quadratmeter große Fitness- beziehungsweise Reha-Area entstehen. Hierfür haben wir bereits Interessenten. Die Planung der neuen Halle hat eine Architektin aus unserem Verein ehrenamtlich übernommen. 

Wann soll die neue Halle fertig sein?

Pfalz: Ursprünglich hatte der Bau bereits 2023 beginnen sollen. Doch dann kamen Corona und Energiekrise dazwischen. Auch die Baukosten sind zwischenzeitlich durch die Decke gegangen. Deshalb haben wir mit dem Projekt erst einmal pausiert. Ich hoffe, dass wir 2025 den Bauantrag stellen können. Bis 2026 soll dessen Prüfung abgeschlossen sein. 2027 könnte der Bau beginnen. Wir rechnen mit einer Bauzeit von einem Jahr, sodass die neue Halle 2028 in Betrieb gehen könnte. Auch ein dreistöckiges Parkhaus mit rund 220 Plätzen soll gebaut werden. Das Nachbargrundstück werden wir von der Stadt pachten. 

Mit welchen Kosten des Projektes rechnen Sie?

Walterscheid: Vor Corona hatten wir mit einem Gesamtinvestment von 15 Millionen Euro gerechnet. Einen tragfähigen Business-Case hatten wir damals bereits erstellt. Nun sind wir auf der Suche nach einem Investor.

Ein kompletter Neubau – wie kamen Sie auf die Idee?

Pfalz: Wir sehen großes Entwicklungspotenzial am Standort. Wir könnten den EHC zwei bis dreizügig in allen Altersklassen fahren. Das schaffen wir derzeit nicht, weil wir keine ausreichenden Eiskapazitäten haben. Wir können derzeit nicht für alle Kinder aus der zweizügig betriebenen U15 einen Wechsel in die nächsthöhere Altersklasse anbieten. Wenn sie im Verein weiterspielen wollen, können wir ihnen derzeit nur anbieten, in Aachen, Gladbach oder Wiehl weiterzuspielen. Wir müssen Kinder über 9 Jahre abweisen. Wir könnten auch eine Damenmannschaft einrichten. 

Walterscheid: Auch der Eiskunstlauf ließe sich vom Sommer auf den Winter erweitern. 

Wie empfinden Sie Ihre Zusammenarbeit mit der Stadt?

Walterscheid: Die Stadt Troisdorf und die Stadtwerke stehen hinter unserem Projekt. Die Stadtwerke haben uns bereits beim Erwerb der ersten Halle sehr geholfen. Wir haben für unsere Anliegen bei Stadtwerken und Stadt stets offene Ohren.

Interview: Christian Seigerschmidt,
Carsten Seim

 

pro Troisdorf Fact Sheet ICEDOME Troisdorf

Interviewpartner:

Heinz-Peter Walterscheid, Maschinenbau-Ingenieur, Geschäftsführender Gesellschafter der Ice Age Sport & Event GmbH, Troisdorf

Torsten Pfalz, im Hauptberuf als Ingenieur Kerntechnik in einer Führungsposition für den TÜV Rheinland tätig, seit neun Jahren Vorsitzender des Eishockey-Clubs Troisdorf Dynamite e. V.

  • Halle: Bau aus den 80er-Jahren. 66 Meter lang und 42 Meter breit. 1800 Quadratmeter Eisfläche (30 mal 60 Meter). Frühere Trainingsstätte der Kölner Haie. Zwischenzeitlich Kartbahnbetrieb. Seit 2003 wieder Eissporthalle. Einzige privat betriebene Eissporthalle im Rhein-Sieg-Kreis. Zählt zu den wenigen Hallen in NRW mit ganzjährigem Eisbetrieb.
  • Heimat des EHC Troisdorf Dynamite e. V.: mit mehr als 300 Mitgliedern einer der größten Eishockey-Vereine in NRW.
  • Tribüne für bis zu 1400 Zuschauer

Neubauprojekt ICEDOME 2.0

  • Baubeginn: voraussichtlich 2027. Zweite Eisfläche im NHL-Format der bisherigen Halle.
  • Eistunnel zur Verbindung der beiden Eisflächen mit anliegender Pistenbar.
  • Gastronomie: 750 Quadratmeter Hauptbereich im 1. Obergeschoss; 128 Quadratmeter Dachterrasse; 120 Quadratmeter Pistenbar im Erdgeschoss; Außenterrasse mit Blick und Direktzugang zum Rotter See.
  • Athletikstudio: rund 800 Quadratmeter frei zu gestaltende Flächen für Athletik- und Physiobetrieb im 2. Obergeschoss.
  • Barrierefreie Ausstattung mit Behinderten-WC und Aufzügen.

Internet:

  1. ICEDOME Troisdorf: www.eissporthalle-troisdorf.de 
  2. EHC Troisdorf Dynamite e. V.: www.ehc-troisdorf.de 

Aktuelles

Unsere Mitglieder

Alle Mitglieder anzeigen